Liebe Fachkräfte der Schulsozialarbeit,
viel ist passiert seit unserer letzten Ausgabe im Februar:
Auf Bundesebene setzte der Bundeskongress Schulsozialarbeit Anfang März wichtige Impulse für das Arbeitsfeld. Als Ort des länderübergreifenden Austauschs und als Plattform, auf der fachliche Positionen gebündelt und weiterentwickelt werden, diskutierten rund 600 Fachkräfte aus Praxis, Wissenschaft und Politik aus ganz Deutschland an der Universität Hildesheim über die Zukunft der Schulsozialarbeit. Zum Abschluss wurde die Hildesheimer Erklärung vorgestellt. Darin formulieren Fachvertreter*innen zentrale Forderungen, um Schulsozialarbeit als professionelles, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Angebot für alle jungen Menschen abzusichern. Die Erklärung ist hier online abrufbar.
Im April löste ein geleaktes internes Arbeitspapier einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine breite Debatte in der Fachöffentlichkeit aus: Das 108-seitige Dokument enthält über 70 Kürzungsvorschläge für die Kinder- und Jugendhilfe sowie Eingliederungshilfe, mit einem bezifferten Volumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Fachverbände kritisieren, dass es ohne ihre Beteiligung erarbeitet wurde. Konkret drohen unter anderem die Streichung des Rechtsanspruchs auf Schulbegleitung und die Abschaffung der Nachbetreuung junger Erwachsener aus der Jugendhilfe. Parallel dazu hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im März 2026 einen Referentenentwurf zur Reform des SGB VIII vorgelegt – Fachverbände wie GEW, Paritätischer und IB sehen die Gefahr, dass beide Prozesse miteinander verknüpft werden könnten. Ein Beschluss im Bundestag steht noch aus.
Auch auf Landesebene gibt es Veränderungen: Seit dem 18. März 2026 leitet Gordon Hoffmann (CDU) das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Nach drei Jahrzehnten gibt die SPD damit erstmals das Ressort Bildung, Jugend und Sport ab.
Außerdem möchten wir Sie, liebe Fachkräfte, an dieser Stelle nochmal vorfreudig an den landesweiten Fachtag am 15. September 2026 in Potsdam erinnern. Unter dem Motto „Schulsozialarbeit im Maßstab 1:mach mal?" wollen wir gemeinsam diskutieren, reflektieren und weiterdenken, was die Arbeit zwischen Haltung, Alltagspraxis und strukturellen Grenzen ausmacht.
Nach unserem Blick auf aktuelle Entwicklungen im Land und auf Bundesebene richten wir den Fokus in dieser Ausgabe auf das Schwerpunktthema Radikalisierungsprävention und Demokratiebildung. Dazu haben wir Informationen, Materialien und weiterführende Impulse zusammengestellt. Darüber hinaus haben wir wieder viele, viele Termine, Hinweise und Inspirationen im Gepäck.
Viel Freude beim Lesen!
Ihr Team der Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe |